Skoda im Motorsport

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Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für Škoda die Rennsaison im Sommer des Jahres 1946. An den Start kamen Wagen des ersten Nachkriegstyps 1101. Den ersten Sieg fuhr Škoda 1948 bei der Rajd polski ein.

Škoda Sport
Der erste Nachkriegssportwagen war dann der 1949 auf Basis des 1101 gebaute Škoda Sport.
Zwei der mit einer Aluminiumkarosserie ausgestatteten Fahrzeuge wurden hergestellt.
Einer mit 1.089 cm³ mit einer Leistung von 50 PS und der Zweite mit Kompressor und 60 PS.

Škoda Supersport
Der Typ Supersport hatte freistehende Reifen und konnte daher auch als Rennwagen eingesetzt werden. In der Version mit Kompressor leistete der Motor mit 1.490cm³ bei 6000 U/min bis zu 180 PS. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei beachtlichen 210 km/h. Produziert wurden drei Stück von 1950-1953.
Mitte der Fünfzigerjahre wurden der Typ 440 „Spartak“ und 445 für Rallyes verwendet und konnten auch in Übersee beachtliche Erfolge erzielen.

Škoda 1100 OHC
Im Jahr 1957 fertigte man bei Škoda zwei sehr gelungene Sportwagen. Sie bestachen besonders durch ihre fortschrittlichen technischen Lösungen wie einem räumlichen Rohrrahmen, ein Fünfganggetriebe und der Hinterradbremse am Achsgetriebe. Motorisch waren die beiden, mit Glasfaserkarosserie ausgestatteten, Spider und die zwei, mit Aluminiumkarosserie produzierten, Coupes mit einem auf dem Spartakmotor basierenden OHC Motor mit einer Leistung von 92 PS bei 7700U/min versehen. Die Spitzengeschwindigkeit wird mit bis zu 200 km/h angegeben. Diese Wagen kamen aber kaum zum Rallyeeinsatz, da sie in keine Klasse passten und auch die Teilnahmemöglichkeiten für das Werk an den großen ausländischen Rallyes beschränkt waren.
Nach den Spartaks kamen die ca. 60 PS starken Octavias Supersport bei Rennen wie Monte Carlo zum Einsatz.
1962 wurde ein Škodateam mit einem Octavia Sieger seiner Klasse vor Fahrzeugen der Marke Alfa Romeo.

Škoda F 3
Für Rundkursrennen wurde von Škoda der Wagen F 3 gebaut. Er hatte als erster Wagen den Motor, mit einer Leistung von 90 PS bei 8600 U/min, vor der Hinterachse platziert. Durch das geringe Gewicht von 410 kg schaffte es der 998 cm³ Motor aus dem 1000 MB den Wagen auf 210 km/h zu beschleunigen.

Škoda 1000 MB
Für Rundkursrennen wurde der 90 PS Motor auch in den 1000 MB eingebaut.
1971 kam es durch die FIA zu einer Veränderung der Rahmenbedingungen bei der Formel 3. Die Öffnung der Klasse bis zu 1.600 cm³ beendete die Aktivitäten von Škoda in diesem Bereich, da kein geeignetes Triebwerk zur Verfügung stand. Es kam zur Gründung der nationalen Formel Škoda.
Das Škodawerk beschäftigte sich in den folgenden Jahren vermehrt mit dem Rallyesport und war im Formelbereich eher Komponentenlieferant.

Škoda 100 und 110 L Rallye
Ab 1970 beteiligte sich Škoda bei Rallyes mit den Typen 100 und 110 L Rallye mit denen sie in ihrer Klasse durchwegs auf den Medaillenrängen landeten. Der 110 L Rallye hatte einen 1107 cm³ Motor mit 73 PS, für das Werksteam wurden auch Fahrzeuge mit 1.144 cm³ und 100 PS gefertigt.

Škoda 120 S
1971 wurde der Wagen wieder verstärkt und mit bis zu 1.173 cm³ und 120 PS bei 7500 U/min als 120 S für das Werk ins Renne geschickt.

Škoda Spider B5
Für Rundkurs- und Bergrennen wurde 1972 der erste Wagen mit Spider Karosserie und einem 1.500 cm³ OHC-Motor gebaut, der den Wagen bis auf 220 km/h beschleunigte. 1972 und 1974 holte der Wagen den Meistertitel in der CSSR. 1975 entstand eine größere Version mit einem 1.800 cm³ Motor aus dem PKW Prototypen Š720. Leider verunglückte der Wagen, bevor er sportliche Erfolge feiern konnte.

Škoda 180 RS und 200 RS

In der Saison 1974 wurden 3 Wagen hergestellt. Motorisch handelte es ich um OHC Maschinen mit 1.771 cm³ und 155 PS bzw. 1.997 cm³ mit 163 PS. Die Besonderheit der Fahrzeuge liegt allerdings in ihren sonstigen Neuerungen, die zur Grundlage der späteren 130 RS Serie wurden und auch ab dem Skoda Garde in die Serienproduktion einflossen. So wurde ein starker Motor, ein Getriebe von Porsche, Einzelradaufhängung mit Halbschlepplenkern, Schubstange mit Schräg-Pendelschwingachse und Teleskopstoßdämpfer erprobt. Der in der Gruppe B5 startende Wagen erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h.

Škoda 130 RS
Škodas legendärer Nachkriegssportwagen und einer der Besten in der 1.300 cm³ Klasse. Der von 1975-1980 gebaute Sportwagen setzte die Erkenntnisse der Wagen 180 RS und 200 RS in eine Kleinserie um, wurden doch fast 200 Fahrzeuge dieser Coupé-Type hergestellt. Motorisch waren die Wagen mit einem Vierzylinder OHV mit Doppel Weber 40 DCOE, 1285 cm³, bis zu 140 PS bei 8.500 U/min bei einer Kompression von 10,5:1 ausgestattet. Neben einem Achtkanalkopf verfügte der Motor auch über Schmierung mit trockenem Motorkurbelgehäuse. Es gab Versionen für Rundkursrennen und Rallyes sowie mit Vier- oder Fünfganggetriebe. Der Wagen hatte trotz der zu geringen Stückzahl, durch etwas getürkte Zahlen, die Homologisierung der Gruppe A2 erhalten und konnte so seinen Siegeszug auch beim internationalen Bewerben antreten. So wurde Skoda mit dem 130 RS 1981 unter anderem Sieger der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft. Die internationale Zulassung galt bis zur Saison 1983, ein Nachfolger musste gefunden werden.

Škoda 130 LR
Hier handelte es sich um einen Wagen mit Sedankarosserie aus der Serienproduktion. Da Skoda ab 1984 auch in der Serienfertigung einen 1289 cm³ Motor anbot, bildete dieser die Basis für den neuen Sportwagen. Der Wagen hatte eine Leistung von 120 PS bei 8.000 U/min. Er konnte die Erfolge des 130 RS fortsetzen und Ladislav Krecek erreichte die besten Platzierungen in der Geschichte von Skoda im Rallyesport.

Škoda Favorit 136 L
Der Favorit für sportliche Zwecke wurde ab 1989 gefertigt. Die Eckdaten des seriennahen Motors sind: 80-105 PS bei 1289cm³ und ein Sechsganggetriebe. Das große Plus des Fahrzeuges war sein geringes Gewicht von nur 794 kg. Der Favorit war einer der erfolgreichsten Rallye wagen seiner Klasse, mit vielen Klassensiegen und trotz des kleinen Motors guten Gesamtergebnissen. So erlangten Teams mit dem Favorit 1991 und 1992 den Rallye-Weltmeister Titel, sowie große Erfolge bei der Rallye Monte Carlo, Schweden und Portugal. Der Erste oder zweite Klassenplatz war den Teams sicher.
In Österreich war zB. ein 1995 aufgebauter Favorit im Einsatz. Ausstattungen: Motor 1400 cm³ ca. 120 PS Sportkat (bei ca 700 kg), Vollkäfig, Nuten-Fahrwerk, (in 10 Minuten höher oder tiefer gestellt) Sportlenkung, 4-Kolben Alu- Bremsanlage mit Tilton Bremskraftregelventil, hydr. Handbremse (Bremsscheiben hinten) Feuerlöschanlage, 6-Gang Sportgetriebe mit 65% Sperre revidiert.

Škoda Felicia Kit Car
Ab 1995 kam bei Rallyes das neue Kit Car zum Einsatz. Der Wagen hatte einen OHV Motor mit 1598 cm³ Hubraum und 180 PS bei 7000 U/min mit einem Sechsganggetriebe. Bei einem Gewicht von nur 880 kg brachte es der Wagen auf beachtliche Fahrleistungen.

Škoda Octavia Kit Car 2.0 L

Der Octavia aus dem Jahr 1998 war mit einem 1196 cm³ Reihenvierzylinder 2 OHC ausgestattet der quer vor der Vorderachse mit einer Neigung von 15° nach hinten und 2° nach links eingebaut wurde. Der 960 kg schwere Wagen hatte eine Leistung von 340 PS, die über ein Sechsganggetriebe auf die Antriebsräder übertragen wurden.

Škoda Octavia WRC
Der für die von der FIA neu ausgeschriebene Klasse der World Rally Cars war für Skoda eine Gelegenheit sich mit einem überarbeiteten Octavia zu bewerben. Der Wagen hatte einen aufgeladenen Motor mit 300 PS bei 5500 U/min und 1999 cm³ sowie 600 Nm bei 3250 U/min. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Sechsganggetriebe mit halbautomatischer Schaltung, bei Bedarf auf alle vier Räder. Der Wagen wog bis zu 1240 kg und erreichte eine Topgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h.

Škoda Fabia WRC

Ab 2003 kam der neue Fabia zum Einsatz. Die technischen Daten entsprachen denen des Octavia, obwohl es sich um ein wesentlich kleineres Fahrzeug handelte, so hatte der Octavia eine Länge von 4511 mm gegenüber dem Fabia mit 4002 mm.
Neben den oben beschrieben Versionen gab es meist noch Varianten, die in anderen Klassen eingesetzt wurden und werden. So existierten eigen Cups für Favorits, Felicias, Octavias und Fabias in Tschechien und der Slowakei. Einen kurzen Film von einem Fabia Cupwagen findet ihr hier, unter Skoda Tour Slowakei.

Škoda Fabia Super 2000
Seit 2008 gibt es den der zweiten Generation als Rennversion. Sein erster Einsatz war die Rallye Monte Carlo. Besonders in der IRC-Serie soll der Fabia Super 2000 Wagen zum Einsatz kommen.

Text und Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet, von Wolfgang Kramer